Über Bucher Denwel
Von der Filtrationslinie zur kompletten Brauerei
Wie Schweizer Filtrationsexpertise und tschechisches Engineering zusammenfanden – und daraus eine Plattform für die gesamte Brauerei entstand.
Manche Erfolgsgeschichten beginnen mit einer einzelnen Idee. Andere entstehen, weil unterschiedliche Kompetenzen im richtigen Moment zusammenfinden. Die Geschichte von Bucher Denwel gehört zur zweiten Kategorie.
Auf der einen Seite steht eine über Jahrzehnte gewachsene Schweizer Kompetenz in der Bierfiltration, die über FILTROX zu Bucher kam und von Bucher Unipektin international weiterentwickelt wurde. Auf der anderen Seite steht DENWEL, ein 1997 gegründetes tschechisches Engineering-Unternehmen, das sich zu einem hoch spezialisierten Anbieter von Cold-Block-Technologien für Brauereien entwickelte.
Hinter beiden Entwicklungslinien stehen dabei nicht nur Technologien und Produkte, sondern vor allem Menschen: Braumeister und Brauereiingenieure, Verfahrenstechniker und Maschinenbauer, Automatisierungs- und Softwareingenieure, Schweisser und Monteure, Servicetechniker und Projektleiter. Ihr Wissen und ihre praktische Erfahrung bilden bis heute die Grundlage dafür, aus einzelnen Komponenten funktionierende Brauprozesse zu machen.
Heute bündelt Bucher Denwel das Biergeschäft innerhalb der Bucher Unipektin Gruppe. Aus der Verbindung von Filtration, Cold Block, Automatisierung und Engineering ist inzwischen ein Angebot entstanden, das weit über einzelne Prozessschritte hinausgeht: von Sudhaustechnik und Hopfenmanagement über Hefemanagement, Filtration und Cold Block bis zu Energiemanagement, Entalkoholisierung, Tanks, Automation und kompletten schlüsselfertigen Brauereiprojekten.
Der erste Strang: Schweizer Filtrationstechnologie trifft auf Bucher
Die Wurzeln der heutigen Filtrationsexpertise reichen bis 1938 zurück. Damals gründete Hans Schmid in St. Gallen die «Fabrik Filtermaterialien Hans Schmid», die zunächst Filtermaterialien herstellte. 1946 folgte mit der Gründung der FILTROX Maschinenbau AG der Einstieg in die Herstellung von Filteranlagen.
In den folgenden Jahrzehnten baute FILTROX eine international bedeutende Stellung in der Filtration auf. Besonders in der Bierfiltration entwickelte das Unternehmen umfassendes Prozesswissen und eine weltweit installierte Basis. Dieses Know-how war nicht allein in technischen Zeichnungen oder Anlagenkonzepten verankert. Es wurde von Fachleuten getragen, die die Anforderungen industrieller Brauereien aus jahrzehntelanger Erfahrung kannten und wussten, wie sich Filtration auf Bierqualität, Ausbeute, Prozesssicherheit und Wirtschaftlichkeit auswirkt.
Ein entscheidender Meilenstein für das heutige Brauereigeschäft von Bucher war schliesslich die Übernahme des Engineering-Bereichs der FILTROX Gruppe. Ende 2012 vereinbarten FILTROX und Bucher Unipektin die Übernahme der FILTROX Engineering AG durch Bucher. Die Transaktion wurde 2013 vollzogen; das Unternehmen firmierte anschliessend als Bucher Filtrox Systems AG.
Für Bucher Unipektin war dies weit mehr als eine Erweiterung des Produktportfolios. Mit der Akquisition kamen das Prozess- und Fertigungs-Know-how des übernommenen Engineering-Geschäfts, die Engineering-Aktivitäten sowie der Systembau für Filtrationsanlagen zu Bucher. Zum damaligen Portfolio gehörten unter anderem Kerzenfilter, keramische Crossflow-Systeme und Horizontalfilter.
Damit erhielt Bucher Unipektin einen direkten Zugang zum internationalen Brauereimarkt – und zugleich eine Technologieplattform, die hervorragend zu den bereits vorhandenen Kompetenzen in der Getränke- und Filtrationstechnik passte. Das bestehende weltweite Vertriebs- und Servicenetz von Bucher gab dem Bierfiltrationsgeschäft zusätzliche Reichweite.
Bereits seit 1992 nah am asiatischen Markt
Zur internationalen Ausrichtung von Bucher gehört seit 1992 eine eigene Präsenz in China. 1992 eröffnete Bucher ein Repräsentanzbüro in Beijing. Diese Marktpräsenz wurde 2010 mit der Übernahme des Engineering-Geschäfts von Unipektin und der Unipektin Equipment Co. Ltd. weiter gestärkt; 2013 wurden auch die chinesischen Sales- und Project-Engineering-Aktivitäten von FILTROX in die bestehende Organisation in Beijing integriert. Heute unterstützt das Team in China das Biergeschäft von Bucher Denwel und das Saftgeschäft von Bucher Unipektin, insbesondere mit Engineering, Projektabwicklung, Vertrieb, Inbetriebnahme und Service für den asiatischen Markt. Die Anlagen und das zentrale Prozess-Equipment werden in den europäischen Kompetenz- und Fertigungszentren entwickelt und gefertigt.
Aus FILTROX Engineering wurde zunächst Bucher Filtrox Systems. 2017 folgte der nächste Integrationsschritt: Die Bucher Filtrox Systems AG wurde mit der Bucher Unipektin AG verschmolzen. Die Produktion wurde am Bucher-Hauptsitz Niederweningen konzentriert, während die Filtrationsexpertise unter der Bezeichnung Bucher Unipektin AG – Competence Center Filtration (CCF) in St. Gallen weitergeführt wurde. St. Gallen blieb damit ein wichtiger Träger des über viele Jahre aufgebauten verfahrenstechnischen Know-hows.
Die Aufgabe war inzwischen klar definiert: technologisch anspruchsvolle Filtrationslösungen für Brauereien weltweit entwickeln und liefern. Dazu gehörten klassische Filtrationsverfahren ebenso wie moderne Crossflow-Technologien zur Bierrückgewinnung.
Gute Bierfiltration bedeutet weit mehr, als Feststoffe aus einer Flüssigkeit zu entfernen: Sie muss Bierqualität, Ausbeute, Prozesssicherheit, Hygiene und Wirtschaftlichkeit zugleich berücksichtigen.
Doch Filtration ist nur ein Teil des Brauprozesses.
Der zweite Strang: DENWEL und die Welt des Cold Blocks
Parallel dazu entwickelte sich einige hundert Kilometer weiter östlich ein Unternehmen mit einem anderen Schwerpunkt.
DENWEL wurde 1997 in der Tschechischen Republik gegründet. Aus dem Prozessengineering für die Lebensmittel- und Prozessindustrie entwickelte sich über die Jahre eine ausgeprägte Spezialisierung auf Brauereitechnologie. Das Unternehmen kombinierte Verfahrenstechnik, mechanisches Engineering, Automatisierung und Anlagenbau und konzentrierte sich zunehmend auf jene Prozesse, die im Kaltbereich einer Brauerei entscheidend sind.
Dazu gehörten unter anderem Wasserentgasung, Blending, Karbonisierung und Nitrogenierung, Hefesysteme, Additivdosierung, CIP-Anlagen und Kurzzeiterhitzung. DENWEL plante nicht nur einzelne Maschinen, sondern entwickelte komplette, automatisierte Prozesslösungen – inklusive Engineering, Software, Installation und Inbetriebnahme.
Entscheidend war die enge Verbindung von brauereitechnologischem Prozessverständnis, Engineering, Automatisierung und eigener Fertigung. Mit Hauptsitz in Prag und Fertigung in Havlíčkův Brod war DENWEL im Vergleich zum weltweit etablierten Bierfiltrationsgeschäft von Bucher ein kompakterer Spezialist – mit kurzen Wegen, hoher Engineering-Tiefe und grosser Flexibilität bei kundenspezifischen Lösungen.
Ein Brauer denkt nicht in einzelnen Maschinen und Anlagen. Entscheidend ist das Zusammenspiel der Prozesse – und letztlich die Qualität des Bieres im Tank und im Glas. Genau dieses Prozessverständnis verband die DENWEL-Spezialisten mit den Filtrationsexperten von Bucher.
Die Kompetenzen ergänzten sich nahezu ideal.
Aus Ergänzung wird Partnerschaft
Statt unmittelbar mit einer Akquisition begann die gemeinsame Geschichte zunächst mit Kooperation.
Seit 2018 traten Bucher Unipektin und DENWEL bereits gemeinsam am Markt auf. Anlässlich der BrauBeviale präsentierte das Bucher Unipektin Competence Center Filtration seine Technologien für Bierfiltration, Crossflow-Filtration und neue Membranverfahren – und DENWEL als Kooperationspartner für komplette Cold-Block-Lösungen.
Schon damals war die strategische Logik deutlich erkennbar: Bucher brachte seine leistungsfähigen Filtrationssysteme, seine internationale Marktpräsenz und seine Erfahrungen im globalen Anlagenbau ein. DENWEL ergänzte diese Basis um die weiteren Prozessschritte im Kaltbereich.
Zunehmend arbeiteten auch die Fachleute beider Seiten in gemeinsamen Projekten zusammen. Aus einzelnen Technologien konnte so eine zusammenhängende Prozesslinie entstehen.
Für Kunden bedeutete dies weniger Schnittstellen zwischen unterschiedlichen Lieferanten. Filtration, Wasserentgasung, Blending, Dosierung, Karbonisierung, Nitrogenierung, CIP und weitere Cold-Block-Prozesse konnten bereits in der Konzeptionsphase optimal und aus einem Guss aufeinander abgestimmt werden. Prozessdesign, Automatisierung, Installation und Inbetriebnahme liessen sich zunehmend als Gesamtsystem betrachten.
Was zunächst als Kooperation begann, entwickelte sich über rund drei Jahre zu einer engen technologischen und persönlichen Partnerschaft.
2022: Aus Partnern wird ein gemeinsames Unternehmen
Im Januar 2022 folgte der logische nächste Schritt: Bucher Unipektin übernahm 100 Prozent von DENWEL.
Zu diesem Zeitpunkt beschäftigte das tschechische Unternehmen rund 40 Mitarbeitende und war international als Spezialist für Cold-Block-Ausrüstung etabliert. Für Bucher war die Akquisition deshalb nicht einfach der Zukauf weiterer Produkte. Sie schloss vielmehr eine entscheidende Lücke in der Prozesskette.
Mit den bestehenden Filtrationssystemen von Bucher und den Technologien von DENWEL konnte das Unternehmen nun komplette, integrierte Cold-Block-Prozesslinien anbieten.
Dabei konnte die Integration auf einer bereits gewachsenen Vertrauensbasis aufbauen. Die Menschen kannten sich aus gemeinsamen Projekten. Management und Mitarbeitende von DENWEL waren den Bucher-Teams durch die mehrjährige Zusammenarbeit vertraut und blieben im Unternehmen. DENWEL wurde zu Bucher Denwel.
Diese personelle Kontinuität war von grosser Bedeutung. Denn ein wesentlicher Teil des technischen Know-hows steckt in der Erfahrung der Menschen – im Verständnis für Brauprozesse und Produktanforderungen ebenso wie in der Fähigkeit, Anlagen auszulegen, zu automatisieren, zu fertigen und zuverlässig in Betrieb zu nehmen.
Mit der Akquisition wurde die Zusammenarbeit organisatorisch weiter gebündelt. Die Produktion sowie der Kundendienst wurden nach Tschechien verlagert, wo Engineering, Fertigung und Service heute eng zusammenarbeiten. Gleichzeitig sind in der Schweiz weiterhin Mitarbeitende in den Bereichen Projektmanagement, Vertrieb, Verfahrenstechnik, R&D und Inbetriebnahme vertreten und eng in die Projektarbeit eingebunden.
Die in der Schweiz über Jahrzehnte aufgebaute Filtrationskompetenz ging damit nicht verloren. Sie wurde Teil einer breiteren technologischen Plattform und mit zusätzlichen Fähigkeiten verbunden. Bewährtes Know-how, erfahrene Spezialisten und eine international etablierte Basis trafen auf die Engineering- und Fertigungskompetenzen des tschechischen Teams.
Noch im selben Jahr wurde die Fertigungsbasis innerhalb von Bucher Unipektin weiter gestärkt. Im Dezember 2022 übernahm Bucher Unipektin die polnische B&P Engineering Sp. z o.o., die heute als Bucher Unipektin Sp. z o.o. in Przeworsk firmiert. Neben Anlagen für die Getränkeindustrie brachte das Unternehmen umfassende Kompetenz in der Edelstahlverarbeitung und im Behälterbau in die Gruppe ein. Für das Brauereigeschäft ergänzt der Standort das Portfolio insbesondere um kundenspezifische Edelstahl- und Druckbehälter, darunter Gär- und Lagertanks, Hefevermehrungs-, Misch- und CIP-Tanks. Damit können neben den von Bucher Denwel entwickelten und gefertigten Skids und Prozessanlagen auch wesentliche Behälterkomponenten innerhalb der Bucher Unipektin Gruppe gefertigt werden.
Aus unterschiedlichen Standorten wird ein gemeinsames Kompetenznetzwerk
Heute steht der Name Bucher Denwel für das Brauereigeschäft von Bucher Unipektin.
Der Hauptsitz von Bucher Denwel befindet sich in Prag. In Havlíčkův Brod sind Produktion, Engineering sowie ein Forschungs- und Entwicklungszentrum angesiedelt. Zusammen mit der Schweizer Filtrationskompetenz, den zusätzlichen Engineering- und Fertigungsmöglichkeiten innerhalb der Bucher Unipektin Gruppe und dem weltweiten Vertriebs- und Servicenetz entsteht daraus ein gemeinsames Kompetenznetzwerk.
Für Brauereien bedeutet dies einen wesentlichen Vorteil: Statt einzelne Maschinen unterschiedlicher Anbieter nachträglich miteinander verbinden zu müssen, können Prozesse von Beginn an als Gesamtsystem geplant werden. Mechanik, Verfahrenstechnik, Automation, Energieverbrauch, hygienische Aspekte, Service und zukünftige Erweiterungen lassen sich gemeinsam berücksichtigen.
Und vor allem gibt es auf der anderen Seite Ansprechpartner, die die Sprache der Brauerei verstehen – von den technologischen Fragestellungen des Braumeisters in der Produktion bis zu den wirtschaftlichen Anforderungen von Betrieb, Instandhaltung und Investitionsentscheidungen.
Aus Komponenten werden Prozesslinien. Aus Prozesslinien werden komplette Anlagen.
2025: Die Plattform wächst weiter – vom Cold Block zur gesamten Brauerei
Im Jahr 2025 übernahm Bucher Unipektin das Geschäft der deutschen Banke GmbH in Taufkirchen (Vils). Banke war insbesondere in der Sudhaustechnik sowie im Hopfungs- und Energiemanagement für Brauereien etabliert. Das bestehende Team wurde übernommen und arbeitet heute als Bucher Denwel GmbH weiter.
Damit wurde das Portfolio gezielt um zentrale Technologien des Hot Blocks erweitert. Sudhaustechnik sowie Hopfungs- und Energiemanagement ergänzen heute die bestehenden Kompetenzen in Filtration und Cold Block. Bucher Denwel kann damit Brauereien über den grössten Teil der Prozesskette hinweg beliefern.
Mit der deutschen Bucher Denwel GmbH wird zugleich die Präsenz des Unternehmens in Deutschland und Österreich gestärkt und das bestehende Kompetenz- und Servicenetz weiter ausgebaut.
Mehr als die Summe der Teile
Rückblickend folgt die Entwicklung einer klaren strategischen Linie: Aus einem starken Spezialangebot für Filtration entwickelte sich Schritt für Schritt ein umfassendes Angebot für die Brauerei.
Doch der eigentliche Wert dieser Entwicklung lässt sich weder allein an der Zahl der angebotenen Technologien noch an der Zahl installierter Anlagen messen. Entscheidend ist ihre Verbindung.
Der Braumeister denkt sein Bier nicht als Summe einzelner Anlagen, sondern als Resultat zusammenhängender Prozesse – wie eine Komposition, in der jede Zutat und jeder Schritt auf den nächsten abgestimmt ist.
Hier liegt eine der strategischen Stärken von Bucher Denwel: Technologien werden nicht nur geliefert. Sie werden gemeinsam ausgelegt, aufeinander abgestimmt und über die gesamte Prozesskette integriert.
Für Kunden bedeutet dies klare Verantwortlichkeiten, weniger Schnittstellen und einen zentralen Ansprechpartner. Vor allem aber bedeutet es Zugang zu einem Team, das nicht nur Anlagen kennt, sondern Brauereiprozesse versteht.
Bucher Denwel verbindet heute Schweizer Filtrationsexpertise und langjährige Prozess- und Managementkompetenz, tschechische Engineering- und Fertigungskompetenz, deutsche Brauereitechnologie sowie die internationale Stärke der Bucher Gruppe zu einem gemeinsamen Angebot.
Aus spezialisiertem Wissen ist ein gemeinsames Technologieportfolio gewachsen.
Aus einzelnen Prozessschritten eine durchgängige Lösung.
Und aus jahrzehntelanger Erfahrung in Filtration und Engineering ein Partner, der die Brauerei als Ganzes versteht.
FAQ'S
Wann wurde DENWEL gegründet?
DENWEL wurde 1997 in der Tschechischen Republik gegründet. Das Unternehmen entwickelte sich vom Prozessengineering für die Lebensmittel- und Prozessindustrie zu einem international tätigen Spezialisten für Brauereitechnologie. Ein besonderer Schwerpunkt entstand im Cold Block – unter anderem mit Lösungen für Wasserentgasung, Blending, Karbonisierung, Nitrogenierung, Dosierung, CIP und Kurzzeiterhitzung.
Wann wurde DENWEL Teil von Bucher Unipektin?
Bucher Unipektin übernahm DENWEL im Januar 2022 vollständig. Die beiden Unternehmen kannten sich zu diesem Zeitpunkt bereits sehr gut: Der Übernahme war eine rund dreijährige Zusammenarbeit bei Brauereiprojekten vorausgegangen. Seit Februar 2022 firmiert das tschechische Unternehmen unter dem Namen Bucher Denwel. DENWEL-Spezialisten mit den Filtrationsexperten von Bucher.
Die Kompetenzen ergänzten sich nahezu ideal.
Warum hat Bucher Unipektin DENWEL übernommen?
Die Kompetenzen beider Unternehmen ergänzten sich nahezu ideal. Bucher Unipektin verfügte bereits über umfassendes Know-how und eine starke internationale Marktposition in der Bierfiltration. DENWEL brachte zusätzliche Technologien und Engineering-Kompetenz für die weiteren Prozesse des Cold Blocks ein.
Durch die Kombination konnten komplette Cold-Block-Prozesslinien aus einer Hand angeboten und Schnittstellen zwischen Filtration, Wasserentgasung, Blending, Karbonisierung, Dosierung, CIP und weiteren Prozessschritten reduziert werden. Die Übernahme war damit ein strategischer Schritt vom Filtrationsspezialisten hin zu einem umfassenderen Anbieter von Brauereitechnologie.
Welche Rolle spielt FILTROX in der Geschichte von Bucher Denwel?
Ein wesentlicher Teil der heutigen Filtrationskompetenz hat seine Wurzeln bei FILTROX in St. Gallen. Bucher Unipektin übernahm 2013 die Geschäftsaktivitäten der FILTROX Engineering AG, einem international führenden Anbieter von Bierfiltrationssystemen. Das Unternehmen wurde zunächst als Bucher Filtrox Systems AG weitergeführt.
2017 erfolgte die Integration in Bucher Unipektin als Competence Center Filtration (CCF). Das über Jahrzehnte aufgebaute Wissen in der Bierfiltration bildete später gemeinsam mit der Cold-Block-Kompetenz von DENWEL eine wichtige Grundlage für das heutige Brauereigeschäft von Bucher Denwel.
Welche Technologien brachte DENWEL in die Bucher Unipektin Gruppe ein?
DENWEL brachte insbesondere seine Engineering- und Anlagenbaukompetenz für den Cold Block von Brauereien ein. Dazu gehören unter anderem Wasserentgasung, Blending, Karbonisierung und Nitrogenierung, Hefemanagement, Dosiersysteme, CIP-Anlagen und Kurzzeiterhitzung.
Eine besondere Stärke liegt in der Verbindung von Verfahrenstechnik, Engineering, Automatisierung und eigener Fertigung. Dadurch können sowohl einzelne Prozessanlagen als auch integrierte Prozesslinien kundenspezifisch geplant und umgesetzt werden.
Welche Kompetenzen vereint Bucher Denwel heute?
Bucher Denwel verbindet heute die gewachsene Schweizer Expertise in Bierfiltration mit tschechischer Kompetenz in Cold-Block-Technologie, Engineering, Automatisierung und Anlagenfertigung. Seit 2025 ergänzen Kompetenzen aus der deutschen Brauereitechnik das Portfolio insbesondere in den Bereichen Sudhaus, Hopfung und Energiemanagement.
Hinter diesen Technologien steht ein internationales Team aus Brauerei- und Prozessexperten, Ingenieuren, Automatisierungsspezialisten, Fertigungsfachleuten sowie Service- und Inbetriebnahmetechnikern. Dadurch können nicht nur einzelne Anlagen, sondern zusammenhängende Brauprozesse betrachtet und optimiert werden.
Ist DENWEL nach der Übernahme als Unternehmen und Name erhalten geblieben?
Ja. DENWEL wurde nach der Übernahme nicht aufgelöst, sondern wird seit 2022 unter dem Namen Bucher Denwel weitergeführt. Damit bleibt der etablierte Name Denwel erhalten und wird gleichzeitig mit der internationalen Präsenz und den Ressourcen der Bucher Gruppe verbunden.
Bucher Denwel steht heute für das Brauereigeschäft innerhalb der Bucher Unipektin Gruppe und verbindet die historisch gewachsenen Kompetenzen aus Filtration, Cold Block und weiteren Bereichen der Brauereitechnologie.
Welche Auswirkungen hatte die Integration auf Service und Ersatzteilversorgung?
Service, Ersatzteilversorgung und technischer Support für das Brauereigeschäft wurden im Zuge der Integration stärker gebündelt. Ein wesentlicher Teil dieser Aufgaben wird heute von Bucher Denwel in der Tschechischen Republik betreut.
Zum Leistungsumfang gehören unter anderem technischer Support, Ersatzteile, Wartung, Anlagen-Audits, Remote-Unterstützung sowie Software-Upgrades. Gleichzeitig steht Bucher Denwel das internationale Vertriebs- und Servicenetz der Bucher Unipektin Gruppe zur Verfügung.
Was geschah mit der Schweizer Filtrationskompetenz nach der Integration von DENWEL?
Die über viele Jahre in der Schweiz aufgebaute Filtrationskompetenz wurde nicht ersetzt, sondern in eine breitere Plattform für Brauereitechnologie integriert. Produktion, Engineering und wesentliche Servicefunktionen wurden stärker in Tschechien gebündelt, während auch in der Schweiz weiterhin Mitarbeitende unter anderem in den Bereichen Vertrieb, Verfahrenstechnik, Forschung und Entwicklung sowie Inbetriebnahme angestellt sind.
Das Ziel der Integration war, vorhandenes Wissen enger mit Cold-Block-Engineering, Automatisierung, Fertigung und Service zu verbinden und dadurch Brauereiprojekte ganzheitlicher bearbeiten zu können.
Wo befinden sich die Standorte von Bucher Denwel?
Bucher Denwel hat heute drei zentrale Standorte. Der Unternehmenssitz der Bucher Denwel, spol. s r.o. befindet sich in Prag in der Tschechischen Republik. In Havlíčkův Brod befinden sich die Produktionshalle sowie das Forschungs- und Entwicklungszentrum.
Seit der Erweiterung des Brauereigeschäfts im Jahr 2025 gehört zudem die Bucher Denwel GmbH in Taufkirchen (Vils), Deutschland, zum Unternehmen. Dort liegen wichtige Kompetenzen insbesondere in den Bereichen Sudhaus-, Hopfungs- und Energietechnologie.
Darüber hinaus sind weiterhin Mitarbeitende in der Schweiz tätig, die dem Standort Niederweningen angegliedert sind und insbesondere in den Bereichen Verfahrenstechnik, Engineering sowie Projektunterstützung eingebunden bleiben.
Welche Bedeutung hatte die Übernahme von Banke im Jahr 2025?
Mit der Übernahme des Geschäftsbetriebs der deutschen Banke GmbH im Jahr 2025 erweiterte Bucher Denwel sein bestehendes Portfolio gezielt um Technologien des Hot Blocks. Dazu gehören insbesondere Sudhaustechnik, Hopfung und Energiemanagement. Damit wurde die bereits bestehende Plattform aus Bierfiltration und Cold-Block-Technologien um zentrale vorgelagerte Prozessschritte ergänzt. Das ehemalige Banke-Team arbeitet heute als Bucher Denwel GmbH in Taufkirchen (Vils) weiter.
Kann Bucher Denwel heute komplette Brauereien ausrüsten?
Ja. Durch die Kombination der über Jahre aufgebauten Kompetenzen kann Bucher Denwel heute Lösungen über einen grossen Teil der gesamten Brauprozesskette anbieten – von Sudhaus und Hopfung über Hefemanagement und Cold Block bis zu Bierfiltration, Entalkoholisierung, Energiemanagement und Automation.
Neben einzelnen Maschinen und Prozessanlagen realisiert Bucher Denwel auch komplette Prozesslinien und Turnkey-Projekte. Engineering, Automatisierung, Fertigung, Installation, Inbetriebnahme und After-Sales-Service können dabei aufeinander abgestimmt werden.
Wie ist Bucher Denwel in die Bucher Gruppe eingebunden?
Bucher Denwel ist Teil der internationalen Bucher Unipektin Gruppe und eng mit Bucher Unipektin verbunden. Bucher Unipektin wiederum gehört zum Schweizer Industriekonzern Bucher Industries.
Dadurch verbindet Bucher Denwel die Spezialisierung und Branchenkenntnis eines Brauereitechnologie-Unternehmens mit den internationalen Strukturen einer global tätigen Industriegruppe. Dazu gehören unter anderem ein weltweites Vertriebs- und Servicenetz, Engineering-Ressourcen und weitere Kompetenzen innerhalb der Bucher Organisation.